Presse


Mit freundlcher Genehmigung von Groß-Zimmerner Lokalanzeiger
Groß-Zimmerner Lokalanzeiger vom 16.9.2006 (PDF 713 KByte)
Groß-Zimmerner Lokalanzeiger vom 9.9.2006 (PDF 452 KByte)

Verrückt nach schönen, alten Autos
Darmstädter Echo 2006

Museum: Der Groß-Zimmerner Herbert Spross sammelt und restauriert italienische Oldtimer und stellt sie jetzt aus

GROSS-ZIMMERN. Von außen sieht das Gebäude in der Reinheimer Straße in Groß-Zimmern eher unscheinbar aus. Wer es betritt, glaubt sich jedoch in längst vergangene Zeiten zurückversetzt. 25 liebevoll restaurierte Oldtimer, der älteste stammt aus dem Jahr 1920, sowie zahlreiche alte Motorräder stehen in dem zweigeschossigen Gebäude.


Herbert Spross (58), Autoliebhaber aus Groß-Zimmern, hat die Prachtstücke in 25 Jahren zusammengetragen – unterstützt von seiner Ehefrau Anette, einer ebenso begeisterten Oldtimer-Freundin. „Sie ist ebenfalls vom Oldtimer-Virus befallen“, sagt Spross und lacht. Und weil die Autos zu schön sind, um nur in einer Garage herumzustehen, hat er sich entschlossen, seine Sammlung der Öffentlichkeit zugänglich zu machen. „Das hier wird ein Museum“, sagt er feierlich. „Jeder, der mag, kann vorbei kommen.“

Doch nicht jedes alte Auto findet Spross’ Zustimmung. „Ich sammele nur italienische Fahrzeuge“, erklärt er. „Die sind am schönsten.“ Entsprechend ist auch das zweigeschossige Gebäude eingerichtet, das Spross für seine motorisierten Lieblinge angemietet hat. Alte Werbeschilder italienischer Automarken dekorieren das Erdgeschoss. Die Wände im ersten Stock sind mit italienischen Landschaftsimpressionen oder Straßenszenen bemalt, eine alte Zapfsäule steht in der Ecke.

„Meine Autos sollen schließlich in einer schönen Umgebung stehen“, erläutert Spross augenzwinkernd und streicht liebevoll über einen dunkelroten Fiat 1100 TV Spider von 1956. „Das ist eine Rarität unter Raritäten“, erläutert der Autoliebhaber. „Von diesem Auto sind nur 571 Exemplare gebaut worden.“ In den Niederlanden hat Spross das seltene Exemplar gefunden. „Es hatte damals eigentlich nur noch Schrottwert“, erinnert er sich. „Wir haben es restauriert und herausgeputzt.“ Nun steht bei Herbert Spross das einzige in Deutschland bekannte Modell dieser Marke. „Ersatzteile für meine Autos besorge ich meist in Italien“, erklärt er. „Dort gibt es große Teilemärkte für Oldtimer.“

Die meisten Autos habe er als Schrott gekauft. „Andere fahren in Urlaub, ich gebe mein Geld eben für Autos aus“, sagt er dazu. Die Fahrzeuge an sich seien auch gar nicht so teuer, „die Restaurierung verschlingt allerdings viel Zeit, dadurch werden die Autos so wertvoll.“ Mitunter kann es drei Jahre dauern, bis aus einem „Scheunenfund“, wie Spross die alten Schrottautos bezeichnet, ein schmucker Oldtimer geworden ist.

„Mein ältestes Auto, ein Fiat 501 Torpedo von 1920, hat 38 Jahre in einer Garage in Dänemark geschlafen, bevor er entdeckt wurde“, erzählt Spross. „Ich habe das Fahrzeug gekauft und weitestgehend im Originalzustand belassen.“ Das Auto habe richtiggehend gelebt, „es hat Patina“, sagt der Sammler und streicht beinahe ehrfürchtig über die Sitze. Schade, dass es nicht erzählen könne.

Angefangen hat die Sammelleidenschaft mit einem Fiat Topolino von 1950. Dieses Auto macht seinem Spitznamen – Topolino bedeutet „Mäuschen“ – alle Ehre: Das Gefährt ist winzig. „Damit bin ich im vergangenen Jahr 3200 Kilometer nach Sizilien gefahren“, berichtet Spross stolz. Ohne Probleme habe ihn das Mäuschen nach Italien gebracht.

Neben Moto Guzzis, Fiat Balillas aus der Vorkriegszeit und Rennwagen aus den Sechzigern steht auch ein recht modernes Gefährt unter all den Oldtimern. „Mein Jüngstes“, sagt Spross und deutet auf einen Fiat 127 Spezial von 1982. „Den hat mir eine alte Dame überlassen“, erzählt er. „Aber irgendwann ist dieses Auto auch mal ein Oldtimer.“

Das Oldtimermuseum „Galeria Auto d’Epoca“ in der Reinheimer Straße (Eco-Gelände) in Groß-Zimmern wird am Sonntag (10.) ab 11 Uhr eröffnet. Die Fahrzeuge können nach vorheriger Terminabsprache besichtigt werden. Telefon: 0171 2096996 oder 06163 1599. Frei ist auch der Eintritt fürs kleine Ristorante im Stil der Fünfziger, in dem Gäste auf Vorbestellung bewirtet werden. Hier steht auch eine Musicbox , und ein Grammophon spielt alte Schelllackplatten.
Sonja Jordans - 8.9.2006
Mit freundlcher Genehmigung von: Darmstädter Echo